Claudia: Du hast das neue Schritte Plus
Österreich bearbeitet. Was ist denn anders
gegenüber der neuen deutschen Ausgabe?
Lukas: Zum Beispiel die neue Foto- Hörgeschichte – die ist jetzt mit österreichischen Sprecherinnen und Sprechern aufgenommen worden. Das bringt gleich ein anderes Flair
in die Klasse und wirkt viel authentischer. Und der gesamte Wortschatz ist natürlich auf Österreich abgestimmt.
Claudia: Was haben die Lernenden konkret
davon?
Lukas: Ich sehe darin einen großen Vorteil
beim Spracherwerb. Denn wenn man nach dem Unterricht raus auf die Straße geht, hört man einfach „das Leiberl“ oder „das Sackerl“, im Restaurant heißt es „gespritzt“ und „Palatschinken“ und nicht „Schorle“ und „Pfannkuchen“ ...
Claudia: …und man „ist“ und „hat“ nicht
gestanden, gelegen oder gesessen.
Lukas: Genau! Diese gelernten Austriazismen können wesentlich zum Lernerfolg und zur Motivation beitragen, die ja das Um und Auf beim Sprachenlernen ist.
Claudia: Und wird es für die Lehrenden auch leichter?
Lukas: Ich hoffe! Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man im Kurs bei der Verwendung von einheitlichen Ausgaben für den deutschsprachigen Raum oft zu dem Zusatz gezwungen ist: „Und in Österreich sagt man übrigens so oder so…“, weil die österreichische Variante gar nicht angeführt ist. Das fällt jetzt zum Glück weg.
Claudia: Wie bist du eigentlich bei der Bearbeitung vorgegangen?
Lukas: Die Herausforderung war, in bestehende Dialoge und Übungen das Österreichische reinzubringen, ohne dabei in die Progression, den Kapitelaufbau oder die Grammatikstrukturen einzugreifen. Kompromisse sind da natürlich
nötig, aber ich freue mich über das schöne Endprodukt und die Lehrenden und Lernenden
hoffentlich auch.
Claudia: Eigentlich müssten wir ja jetzt statt
mit einem Verlängerten mit einem Glaserl Wein anstoßen.
Lukas: Stimmt!
Claudia: Rot oder weiß?
Lukas: Rot-weiß-rot würde passen!